Hands working a small amount of hair oil through the damp lengths and ends of long hair

Wie benutzt man Haaröl richtig? Nass oder trocken, wie viel und wie oft

Wie benutzt man Haaröl richtig? Kurz gesagt: Verreibe eine kleine Menge zwischen den Handflächen und streiche sie durch die Längen und Spitzen des handtuchtrockenen Haars. Den Ansatz lässt du aus. Danach trocknest und stylst du wie gewohnt, ohne Ausspülen. Ins trockene Haar kommt noch weniger, gerade so viel, dass abstehende Härchen und frizzige Spitzen glatter liegen.

Was macht Haaröl mit den Haaren?

Haaröl wirkt an der Oberfläche des Haars. Es legt sich um die äussere Schicht, deshalb reiben die Haare weniger aneinander und an der Bürste. Darum sieht geöltes Haar glänzender aus, fühlt sich weicher an und lässt sich leichter kämmen.

Öl gibt dem Haar kein Wasser. Es bremst nur den Austausch von Feuchtigkeit. In einer Laborstudie von 2007 im Journal of Cosmetic Science nahm mit Öl behandeltes Haar weniger Feuchtigkeit aus der Luft auf. Das Wasser gelangte auch langsamer hinein und wieder hinaus. Die Forschenden verglichen das mit einer Feuchtigkeitspflege, weil das Öl auch den Wasserverlust bremst. Das ist wichtig: Eine Übersichtsarbeit von 2015 im International Journal of Trichology nennt das ständige Aufquellen und Trocknen als eine Ursache dafür, dass sich Haar abnutzt.

Manche Öle dringen auch teilweise ins Haar ein. In einer Studie von 2003 war Kokosöl das einzige der 3 getesteten Öle, das den Proteinverlust des Haars verringerte, sowohl vor als auch nach dem Waschen aufgetragen. Sonnenblumenöl und Mineralöl schafften das nicht.

Was Öl nicht kann: Schäden beheben. Haar lebt nicht, deshalb kann es nicht heilen, und Öl in den Längen bewirkt am Ansatz nichts.

Haaröl in nasses oder trockenes Haar?

Beides geht, aber das Öl hat jeweils eine andere Aufgabe. Der wichtigste Moment ist feuchtes Haar nach dem Waschen: Das Öl verteilt sich dünn und gleichmässig und ist schon im Haar, bevor du föhnst und stylst. Trockenes Haar braucht viel weniger, gerade so viel, dass die Spitzen glatter werden. Tropfnasses Haar ist ungünstig, weil das Wasser verhindert, dass sich das Öl verteilt. Drück das Haar deshalb vorher in einem Handtuch aus.

WannWas es bewirktWie viel
Feuchtes Haar, nach dem WaschenPflegt Längen und Spitzen, macht das Haar leichter kämmbar und ist schon vor der Hitze im HaarDeine übliche Menge
Trockenes Haar, zwischen zwei HaarwäschenGlättet abstehende Härchen und frizzige Spitzen und gibt GlanzWenig, nur in die Spitzen
Vor dem WaschenKann den Proteinverlust des Haars verringern (gezeigt mit Kokosöl)Mehr, danach mit Shampoo auswaschen

Eine Ölkur vor dem Waschen ist kein Muss. Wenn du sie ausprobieren willst, gib das Öl in die trockenen Längen, lass es eine Weile oder über Nacht einwirken und wasch das Haar dann wie gewohnt. Eventuell brauchst du zwei Durchgänge mit Shampoo.

Wie benutzt man Haaröl richtig? Die Anleitung in 6 Schritten

Die Schritte folgen den Tipps der American Academy of Dermatology (AAD) für Leave-in-Conditioner. Die AAD ist die dermatologische Fachgesellschaft der USA, und ihre Tipps passen genauso gut zu einem Öl, das im Haar bleibt.

  1. Wie gewohnt waschen und pflegen. Spül die Spülung gründlich aus.
  2. Ausdrücken statt rubbeln. Wickle das Haar in ein Handtuch, damit es das Wasser aufsaugt, wie es die AAD empfiehlt. Lass es leicht feucht.
  3. Das Öl in den Handflächen verteilen. Reib die Hände aneinander, bis beide Handflächen gleichmässig mit Öl bedeckt sind.
  4. In den Spitzen beginnen. Die Spitzen sind der älteste und am meisten beanspruchte Teil deines Haars, deshalb brauchen sie das Öl am meisten. Arbeite dich bis zur Mitte der Längen hoch und hör deutlich vor dem Ansatz auf.
  5. Sanft kämmen. Ein grobzinkiger Kamm verteilt das Öl gleichmässig. Nasses Haar bricht leichter, deshalb rät die AAD, glattes Haar erst etwas antrocknen zu lassen, bevor du es kämmst. Bei stark gelocktem oder krausem Haar rät sie zum Gegenteil: im nassen Zustand kämmen, weil es dann weniger bricht.
  6. Trocknen und stylen. Lass das Haar teilweise an der Luft trocknen, dann föhnst oder stylst du es wie gewohnt.

Haaröl in den Spitzen hilft auch, Spliss vorzubeugen. Hier liest du mehr darüber, woher Spliss kommt und wie du ihn vermeidest.

Wie viel Haaröl solltest du nehmen?

Weniger, als du denkst. Die AAD rät bei Leave-in-Conditioner zur kleinsten Menge, die ihren Zweck erfüllt, damit das Haar nicht fettig aussieht. Studien im Journal of Cosmetic Science erklären, warum. Bei vielen Ölen nimmt das Haar eine dünne Schicht mit der Zeit teilweise auf. Eine dicke Schicht bleibt dagegen an der Oberfläche, wo sie ölig aussieht und das Haar beschwert.

  • Feines oder kurzes Haar: ein paar Tropfen, nur in die Spitzen.
  • Normales Haar: so viel, dass beide Handflächen leicht bedeckt sind.
  • Kräftiges, langes oder lockiges Haar: etwas mehr, in kleinen Portionen in die trockensten Partien.

Einen Tropfen nachlegen kannst du immer, wenn sich die Spitzen noch trocken anfühlen. Zu viel Öl bekommst du ohne Waschen aber nicht mehr heraus.

Bei einer Flasche ist die Menge Schätzsache. Eine abgemessene Menge nimmt dir das Schätzen ab: Ellips Hair Vitamin gibt es in Einzelkapseln zu 1 ml, genug für Längen und Spitzen. Bei sehr feinem Haar nimmst du eine halbe Kapsel, nur für die Spitzen. Dreh die Spitze der Kapsel ab oder schneide sie mit einer kleinen Schere auf, falls die Kapsel in der Kälte hart geworden ist.

Haaröl vor oder nach dem Föhnen?

Vorher, wenn du Schutz willst. Nachher, wenn es dir nur um den Glanz geht. Viele machen beides: die übliche Menge ins feuchte Haar und später einen Hauch in die trockenen Spitzen.

Öl vor der Hitze schützt nur, wenn das Produkt dafür gemacht ist. Ein Speiseöl aus der Küche oder ein reines Pflanzenöl ist meist nicht als Hitzeschutz entwickelt oder getestet. Die Übersichtsarbeit von 2015 empfiehlt für Föhn und Glätteisen einen Hitzeschutz auf Silikonbasis, weil Silikone die Hitze entlang der Haaroberfläche verteilen. Sie warnt auch davor, dass ölige Produkte hitzegeschädigtes Haar leichter kämmbar wirken lassen, bis die nächste Haarwäsche den Schaden zeigt. Wähl also ein Produkt, das Hitzeschutz und eine Temperatur angibt, und trag es vor der Hitze auf.

Auch wie du föhnst, spielt eine Rolle. In einer Studie von 2011 in den Annals of Dermatology nahmen die Schäden an der Haaroberfläche mit der Temperatur des Föhns zu. Ein Föhn, der etwa 15 cm vom Haar entfernt gehalten und ständig bewegt wurde, schadete insgesamt weniger, als das Haar ganz an der Luft trocknen zu lassen.

Beim Glätteisen gilt dieselbe Reihenfolge. Die AAD rät, nur trockenes Haar zu glätten, auf niedriger oder mittlerer Stufe und höchstens jeden zweiten Tag. Hier erfährst du, warum der Hitzeschutz im Haar sein muss, bevor sich das Glätteisen schliesst.

Wie oft solltest du Haaröl verwenden?

So oft, wie deine Spitzen es brauchen. Für die meisten heisst das: nach jeder Haarwäsche und dazwischen ein wenig in die trockenen Spitzen, wenn sie frizzig aussehen. Haaröl jeden Tag zu benutzen, ist in Ordnung, solange sich dein Haar nicht schwer anfühlt.

Achte auf Rückstände. Wenn sich dein Haar belegt anfühlt, platt aussieht oder keine Frisur mehr hält, nimm weniger oder wasch es öfter. Laut AAD kann Leave-in-Conditioner in den Längen und Spitzen bis zu einer Woche im Haar bleiben. Danach wäschst du ihn mit Shampoo und Wasser aus.

Haaröl benutzen, ohne dass die Haare fettig werden

  • Halte es vom Ansatz und von der Kopfhaut fern. Deine Kopfhaut bildet selbst Fett, und die AAD weist darauf hin, dass sich Leave-in-Conditioner auf der Kopfhaut ablagern und sie reizen kann.
  • Verteil es zuerst in den Handflächen, damit es als dünne Schicht ins Haar kommt.
  • Gib es ins feuchte Haar, dort verteilt es sich dünner und gleichmässiger.
  • Nimm bei feinem, glattem oder unbehandeltem Haar weniger. Die Übersichtsarbeit von 2015 weist darauf hin, dass Produkte ohne Ausspülen glattes, unbehandeltes Haar ölig und stumpf aussehen lassen können.
  • Lass die Hände tagsüber aus den Haaren. Deine Finger tragen Fett zum Ansatz.

3 Mythen über Haaröl, die du vergessen kannst

«Öl spendet dem Haar Feuchtigkeit.» Nur bedingt. Öl enthält kein Wasser, es bremst nur den Wasserverlust. Trockenes Haar braucht trotzdem nach jeder Wäsche eine Spülung, wie es die AAD empfiehlt.

«Jedes Öl schützt vor Hitze.» Das tun nur Produkte, die für den Hitzeschutz gemacht und getestet sind, und auch nur, wenn sie vor der Hitze ins Haar kommen.

«Öl auf der Kopfhaut sorgt dafür, dass weniger Haare ausfallen.» Kein Haaröl ändert, wie viele Haare dir ausfallen. Eine Übersichtsarbeit von 2022 über Haaröle im International Journal of Trichology fand viele verbreitete Versprechen dazu übertrieben und kaum durch Studien belegt. Wenn du mehr Haare verlierst als sonst, lass das ärztlich abklären, zum Beispiel in der Hausarztpraxis oder bei einer Dermatologin.

Kurz zusammengefasst

Handtuchtrockenes Haar, eine kleine Menge, Längen und Spitzen, nie der Ansatz, und immer vor der Hitze. Wenn du die Menge lieber abgemessen hast und vor dem Styling einen Hitzeschutz bis 220 °C möchtest, sind die Leave-in-Haaröl-Kapseln von Ellips eine Möglichkeit. Sie haben eine Silikonbasis, die Pflanzenöle unterscheiden sich je nach Formel, und sie enthalten Sojaöl: Wenn du auf Soja allergisch bist, lass sie weg. Gute Gewohnheiten zählen mehr als jede Flasche.

Häufige Fragen

Kann man Haaröl über Nacht einwirken lassen?

Ja, in den Längen und Spitzen. Ein Öl ohne Ausspülen ist dafür gemacht, im Haar zu bleiben. Laut American Academy of Dermatology kann sogar Leave-in-Conditioner bis zu einer Woche in den Längen und Spitzen bleiben, bevor du ihn auswäschst. Für eine Ölkur über Nacht vor dem Waschen nimmst du mehr Öl, bindest das Haar locker zusammen und legst ein Tuch über das Kissen. Wenn deine Kopfhaut schuppt oder juckt, lass dich vor dem Einölen dermatologisch beraten.

Schützt Haaröl vor Hitze?

Nur, wenn es dafür gemacht ist. Ein reines Öl ist meist nicht als Hitzeschutz entwickelt oder getestet, und ölige Produkte können hitzegeschädigtes Haar glatter wirken lassen, bis die nächste Haarwäsche den Schaden zeigt. Wähl ein Produkt, das Hitzeschutz und eine Temperatur angibt, trag es vor dem Föhnen oder Glätten auf und nimm die niedrigste Stufe, die für dein Haar funktioniert.

Gehört Haaröl auf die Kopfhaut?

In diesem Ratgeber geht es um Längen und Spitzen, weil das Haar dort Öl am meisten braucht. Die Kopfhaut einzuölen ist eine andere Gewohnheit, und eine Übersichtsarbeit von 2022 über Haaröle fand viele Versprechen dazu übertrieben. Öl auf der Kopfhaut kann ausserdem den Ansatz fettig aussehen lassen. Wenn deine Kopfhaut schuppt, juckt oder schmerzt, frag in der Apotheke oder bei einer Dermatologin nach, statt Öl aufzutragen.

Zuerst Leave-in oder Haaröl?

Zuerst der Leave-in-Conditioner, das Öl zuletzt. Die meisten Leave-in-Produkte und Hitzeschutzsprays sind auf Wasserbasis, deshalb kommen sie direkt nach dem Waschen ins feuchte Haar. Das Öl kommt obendrauf, um die Haaroberfläche zu glätten und den Feuchtigkeitsverlust zu bremsen. Wenn dein Öl bereits einen Hitzeschutz angibt, brauchst du vielleicht kein zusätzliches Hitzeschutzspray.

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