Different hair types side by side: fine, thick, coloured and curly hair

Welches Haaröl ist das beste? Für feines, dickes, gefärbtes oder lockiges Haar

Welches Haaröl ist das beste? Das hängt davon ab, wie dick jedes einzelne Haar ist und wie trocken die Längen sind. Feines Haar braucht das leichteste Produkt, etwa ein Serum mit leichten Silikonen oder ein dünnflüssiges Öl wie Jojobaöl, und zwar nur in den Spitzen. Dickes, trockenes, frizziges oder lockiges Haar verträgt reichhaltigere Öle und mehr Produkt auf der ganzen Länge.

Was macht ein Haaröl leicht oder schwer?

Entscheidend ist, wie dickflüssig das Produkt ist und wie viel davon auf der Haaroberfläche bleibt. Eine dünne Schicht sieht glatt und glänzend aus. Eine dicke Schicht wirkt belegt oder fettig, besonders bei feinem Haar.

  • Jojobaöl ist ein flüssiges Wachs und kein echtes Öl. Eine Übersichtsarbeit von 2021 in der Fachzeitschrift Polymers beschreibt es als dünnflüssig und in seiner Struktur ähnlich dem Fett, das die Kopfhaut bildet. Es gehört zu den leichtesten pflanzlichen Varianten.
  • Arganöl ist das klassische Haaröl. Es fühlt sich reichhaltiger an als Jojobaöl, nimm bei feinem Haar also nur sehr wenig davon. Die Studienlage zu Arganöl ist dünn: Eine Übersichtsarbeit von 2015 im International Journal of Trichology stellte fest, dass Daten zu seinem Nutzen fürs Haar fehlen, und eine systematische Übersichtsarbeit von 2022 fand keine belastbaren Belege aus Studien mit Menschen, dass es die Haarqualität verbessert.
  • Kokosöl ist anders: Laborstudien im Journal of Cosmetic Science fanden, dass es ins Haar einzieht, Mineralöl dagegen nicht, und dass es den Proteinverlust verringerte, wenn es vor und nach dem Waschen verwendet wurde. In einem kühlen Raum wird es fest, und auf feinem Haar kann es sich schwer anfühlen.
  • Olivenöl und Rizinusöl sind schwerer. Rizinusöl ist sehr dickflüssig und klebrig. Bei beiden nimmt man schnell zu viel.
  • Mineralöl (auf EU-Etiketten Paraffinum Liquidum) bleibt an der Oberfläche. Es glättet, kann sich aber ablagern, wenn du viel davon verwendest.
  • Silikone sind keine Öle, aber sie bilden die Basis der meisten Seren und vieler Produkte, die als Haaröl verkauft werden. Eine dermatologische Übersichtsarbeit von 2025 in Skin Appendage Disorders erklärt, dass flüchtige Silikone wie Cyclopentasiloxane nach dem Auftragen verdunsten, während andere wie Dimethicone im Haar bleiben und es glatter machen. Sie empfiehlt flüchtige Silikone für feines Haar und schwerere für dickes Haar. Mehr dazu in unserem Ratgeber Haaröl oder Serum.

Was ein Produkt hauptsächlich enthält, siehst du am Anfang der Liste der Inhaltsstoffe. Nach der EU-Kosmetikverordnung stehen die Inhaltsstoffe nach Gewicht geordnet, ausser denen unter 1 %. Beginnt die Liste mit Namen auf -cone oder -siloxane, besteht das Produkt hauptsächlich aus Silikon, egal, was auf der Flasche steht.

Welches Haaröl ist das beste für deinen Haartyp?

Welches Haaröl passt zu dir? Roll ein einzelnes Haar zwischen den Fingern: Spürst du es kaum, ist es fein. Fühlt es sich an wie ein Faden, ist es dick. Dann schau dir die Längen und Spitzen an.

Dein HaarWorauf du achten solltestPassende Ellips-Formel
Fein, wird schnell platt oder fettigDie leichteste Textur: ein leichtes Serum oder Jojobaöl. Ein paar Tropfen, nur in die Spitzen.Smooth & Shiny (feines bis normales Haar, dem Volumen und Glanz fehlen). Sehr feines Haar: eine halbe Kapsel, nur in die Spitzen.
Fein bis normal, mit trockenen Spitzen, die splissen oder brechenEin leichtes Öl oder Serum in die Spitzen, nach jeder Haarwäsche und vor jeder Hitze.Hair Treatment (feines bis normales Haar). Hilft, Spliss und Haarbruch vorzubeugen.
Gefärbt, blondiert oder oft mit Hitze gestyltEin Serum mit Silikonen, die im Haar bleiben, etwa Dimethicone oder Dimethiconol, vor jeder Hitze aufgetragen.Hair Repair für normales bis kräftiges Haar. Hair Treatment für feines bis normales gefärbtes Haar.
Normal bis dick, sehr trocken und frizzigEin reichhaltigeres Serum oder Öl auf der ganzen Länge.Smooth & Silky (sehr trockenes, frizziges, normales bis kräftiges Haar).
Lockig oder krausZuerst ein Leave-in-Conditioner auf Wasserbasis, dann etwas Öl oder Serum darüber.Smooth & Silky oder Hair Repair für normale bis kräftige Locken.
Spliss, den du schon siehstEin Schnitt. Kein Produkt fügt gespaltene Spitzen wieder zusammen.Keine, erst nach dem Schnitt.

Alle 4 Ellips-Formeln sind Silikonseren. Die zugesetzten Pflanzenstoffe unterscheiden sich: Argan- und Jojobaöl (Hair Treatment), Arganöl und Aloe vera (Smooth & Shiny), Jojobaöl (Hair Repair) sowie Aloe vera mit einem leichten Triglycerid-Öl (Smooth & Silky).

Haaröl für feines Haar

Feines Haar verträgt am wenigsten Produkt. Ist es zu viel, sieht es gegen Abend platt und fettig aus. Nimm die leichteste Textur, die du finden kannst, immer nur ein paar Tropfen, in die Spitzen und die unteren Längen. Die American Academy of Dermatology, die amerikanische Fachgesellschaft der Hautärzte, gibt denselben Rat für die Spülung: bei feinem oder glattem Haar nur in die Spitzen, bei trockenem oder lockigem Haar auf die ganze Länge.

Ein fettiger Ansatz und trockene Spitzen kommen oft zusammen vor: Der Ansatz sitzt direkt am natürlichen Fett der Kopfhaut, die Spitzen dagegen sind der älteste Teil deines Haars. Wasch deine Kopfhaut so oft, wie sie es braucht, und gib Produkt nur in die Spitzen.

Haaröl für dickes, trockenes und frizziges Haar

Dickes und grobes Haar verträgt mehr Produkt, meist auf der ganzen Länge. Schwerere Silikone wie Dimethicone passen gut dazu, ebenso reichhaltigere Öle.

Frizz hat 2 häufige Ursachen. Trockenes, raues Haar wird bei jedem Wetter frizzig, und fast jedes Haar wird bei feuchter Luft frizziger. Gegen Luftfeuchtigkeit sind Silikone die übliche Antwort: Die Übersichtsarbeit von 2025 beschreibt sie als Barriere gegen Feuchtigkeit, die dem Haar hilft, die Frisur zu halten. Bei trockenem Frizz rät die American Academy of Dermatology zu etwas Öl, zum Beispiel Arganöl, wenn sich das Haar nach einem Leave-in-Conditioner noch trocken oder frizzig anfühlt.

Haaröl für gefärbte und blondierte Haare

Färben und noch mehr Blondieren öffnet die äussere Schicht des Haars. Die Übersichtsarbeit von 2015 erklärt, dass blondiertes Haar poröser ist und mehr negative Ladung trägt, sodass es pflegende Inhaltsstoffe leichter aufnimmt.

Silikone verringern die Reibung zwischen den Haaren, und die Übersichtsarbeit von 2025 bringt das mit weniger Haarbruch bei blondiertem und gefärbtem Haar in Verbindung. Gib dein Serum oder Öl vor dem Trocknen und vor jedem heissen Styling-Gerät ins feuchte Haar. Denk auch an die Sonne: Die American Academy of Dermatology warnt, dass sie Haar trocken, rau und brüchig machen und die Farbe verblassen lassen kann, besonders wenn es gefärbt oder blondiert ist.

Haaröl für Locken

Lockiges und krauses Haar ist oft trockener als glattes Haar, unter anderem weil das natürliche Fett der Kopfhaut an einem gebogenen Haar schlecht entlangkommt, wie die Übersichtsarbeit von 2015 erklärt. Enge Locken verknoten sich ausserdem leichter.

Locken kommen meist mit mehreren Schichten am besten zurecht: zuerst ein Leave-in-Conditioner auf Wasserbasis ins nasse Haar, den die American Academy of Dermatology für lockiges Haar empfiehlt, dann etwas Öl oder Serum darüber, das hilft, die Feuchtigkeit im Haar zu halten und Frizz zu bändigen.

Achte auf Rückstände. Eine dermatologische Übersichtsarbeit von 2026 zur Pflege von Afro-Haar nennt Silikone und Mineralöle unter den Inhaltsstoffen, die sich ablagern können, und hält fest, dass regelmässiges Waschen das verringert. Wenn sich deine Locken belegt oder stumpf anfühlen, nimm weniger Produkt oder ein leichteres.

Wann Haaröl nicht die Lösung ist

  • Spliss. Kein Öl und kein Serum fügt gespaltene Spitzen wieder zusammen. Es kann die Spitzen glatter aussehen lassen und helfen, neuem Spliss vorzubeugen, aber nur ein Schnitt entfernt den vorhandenen.
  • Knoten und strohige Längen. Verwende nach jedem Shampoo eine Spülung zum Ausspülen, wie es die American Academy of Dermatology empfiehlt, und eine Haarkur, wenn sich dein Haar rau anfühlt. Öl ist der letzte Schritt, nicht die ganze Routine.
  • Überblondiertes Haar, das sich im nassen Zustand dehnt oder reisst. Sprich mit deinem Coiffeur, leg längere Pausen zwischen den Farbbehandlungen ein und lass regelmässig schneiden. Öl kann dafür sorgen, dass es sich glatter anfühlt, aber es macht nicht rückgängig, was die Blondierung angerichtet hat.
  • Haar, das sich belegt, schwer oder stumpf anfühlt. Das sind oft Rückstände. Verwende ab und zu ein Tiefenreinigungsshampoo, aber nicht zu oft: Die Übersichtsarbeit von 2025 warnt, dass zu häufiger Gebrauch das Haar austrocknen kann.
  • Juckreiz, Schuppen, Rötungen oder mehr Haare in der Bürste. Damit gehst du besser zur Ärztin, zum Arzt oder in eine Hautarztpraxis. Kein Haaröl ändert, wie viele Haare dir ausfallen.

Ein neues Haaröl testen, ohne dass die Haare fettig werden

  1. Fang mit 2 oder 3 Tropfen an. Beim nächsten Mal kannst du mehr nehmen.
  2. Verreib das Öl zwischen den Handflächen, bis beide Hände gleichmässig glänzen.
  3. Arbeite es zuerst in die Spitzen ein, dann in die unteren Längen. Halte es vom Ansatz fern.
  4. Gib es vor dem Trocknen ins feuchte, handtuchtrockene Haar oder in die trockenen Spitzen, um abstehende Härchen zu glätten.
  5. Beurteile das Ergebnis, wenn dein Haar trocken ist, und nimm beim nächsten Mal etwas weniger oder etwas mehr.

Unser Ratgeber, wie man Haaröl richtig benutzt, erklärt Zeitpunkt und Mengen genauer.

Wenn du lieber keine Tropfen zählst: Ellips Hair Vitamin gibt es in Einzelkapseln zu 1 ml zum Einarbeiten ohne Ausspülen, in den 4 Formeln oben. Es glättet das Haar und schützt es bis 220 °C vor Hitze, wenn du es vor dem Styling aufträgst.

Häufige Fragen

Welches Haaröl ist das beste für feines Haar?

Such die leichteste Textur: ein Serum auf Basis flüchtiger Silikone, die nach dem Auftragen verdunsten, oder ein leichtes Öl wie Jojobaöl, das ein flüssiges Wachs ist. Nimm 2 oder 3 Tropfen, nur für die Spitzen und die unteren Längen, nie für den Ansatz. Schwerere Öle wie Kokos-, Oliven- oder Rizinusöl sind bei feinem Haar schnell zu viel und können es platt aussehen lassen.

Arganöl oder Jojobaöl: Was ist besser für die Haare?

Sie passen zu unterschiedlichem Haar. Jojobaöl ist ein leichtes, flüssiges Wachs, dem Fett der Kopfhaut in der Struktur ähnlich, und passt deshalb zu feinem Haar. Arganöl fühlt sich reichhaltiger an und passt zu normalem bis dickem, trockenem Haar, auch wenn die Belege aus Studien mit Menschen dünn sind. Entscheide danach, wie dein Haar nach ein paar Wäschen aussieht und sich anfühlt, nicht nach den Versprechen auf der Flasche.

Welches Haaröl für gefärbte oder blondierte Haare?

Gefärbtes und blondiertes Haar ist poröser und nimmt pflegende Inhaltsstoffe deshalb leicht auf. Ein Serum mit Silikonen, die im Haar bleiben, etwa Dimethicone, lässt es glatter aussehen und verringert die Reibung zwischen den Haaren. Gib es vor dem Trocknen und vor jedem heissen Styling-Gerät ins feuchte Haar, verwende nach jeder Haarwäsche eine Spülung und schütz dein Haar vor starker Sonne.

Welches Haaröl ist das beste für Locken?

Locken kommen mit mehreren Schichten meist besser zurecht als mit einem einzigen Produkt. Gib zuerst einen Leave-in-Conditioner auf Wasserbasis ins nasse Haar, dann etwas Öl oder Serum darüber, das hilft, die Feuchtigkeit im Haar zu halten und Frizz zu bändigen. Dicke Locken vertragen reichhaltigere Öle, lockerere oder feinere Locken brauchen weniger. Wasch regelmässig, damit sich keine Rückstände ablagern, die Locken stumpf oder schwer machen.

Wie benutze ich Haaröl, ohne dass die Haare fettig werden?

Nimm weniger, als du denkst, und gib es an die richtige Stelle. Verreib 2 oder 3 Tropfen zwischen den Handflächen, arbeite sie zuerst in die Spitzen und dann in die unteren Längen ein und halte sie vom Ansatz fern. Sieht dein Haar trotzdem fettig aus, ist das Produkt vielleicht zu schwer für deinen Haartyp, oder es lagert sich ab. Probier eine leichtere Textur und ab und zu eine Tiefenreinigung.

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